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Eispiraten Dorfen
(BYL)  Tobias Brenninger ist von seinem Amt als Cheftrainer des ESC zurückgetreten. Auch sein Co-Trainer Florian Geisbeger wird nicht weitermachen. Beide führte persönliche Gründung für ihre Entscheidung an. Die Eispiraten belegen nach dem Aufstieg aus der Landesliga aktuell lediglich den letzten Tabellenplatz mit 3 Punkten aus 8 Spielen
  
EV Füssen
(OLS)  Nach Fabio Sarto haben die Ravensburg Towerstars nun auch Torhüter Bruno Cicek, Verteidiger Ryan Odude und Stürmer Anselm Gerg mit Förderlizenzen für den EVF ausgestattet. Zuvor waren diese noch für den EV Lindau spielberechtigt
  
Salzgitter Icefighters
(RLNO)  Vom Hamburger SV wechselt Stürmer Noel Timmermann zu den Icefighters. Der 21-Jährige wechselte erst in der Sommerpause vom ECW Sande zum HSV. Ursprünglich stammt er aus dem Nachwuchs der EJ Kassel
  
Harzer Falken
(RLNO)  Die Falken haben auf die Verletzungsmisere reagiert und haben Nicklas Müller verpflichtet. Der 24-jährige Allrounder, der sowohl in der Defensive, als auch in der Offensive einsetzbar ist, spielte in den letzten vier Jahren in der Oberliga für den Herner EV und den Herforder EV
  
Bergisch Raptors
(LLW)  Goalie Tizian Winkelsträter hat mit etwas Verspätung nun auch beim EC Bergisch Land für die aktuelle Saison verlängert. Der 32-Jährige spielt bereits seit 2013 für die Raptors
  
Selber Wölfe
(OLS)  Die Blue Devils Weiden haben Torhüter Conner McLeod mit einer Förderlizenz für die Wölfe ausgestattet. Der 21-Jährige sammelte in der letzten Saison noch beim Rivalen Bayreuth mittels Förderlizenz Spielpraxis
  
EHC Essen Ruhr
(BZLW)  Mit Ben Prothmann kommt ein weiterer Torhüter zum EHC. Der 20-Jährige wechselt aus Dinslaken, wo er in der 1b, sowie im Nachwuchs aktiv war, an den Westbahnhof
  
Dingolfing Isar Rats
(BYL)  Der EVD muss künftig auf seinen kanadischen Topscorer Blake Luscombe verzichten. Der 31-Jährige, der vor zwei Jahren zu den Isar Rats kam, hat sich eine Kreuzbandverletzung zugezogen und wird damit nicht nur für die ganze Saison ausfallen, sondern wird nun auch seine aktive Laufbahn damit beenden
  
Diez-Limburg Rockets
(RLW)  Stürmer Sebastian Brockelt wechselt vom Neusser EV zur EGDL. Der 29-Jährige konnte im NEV-Trikot in vier Spielen ein Tor und fünf Assists erzielen. Er spielte schon in der DEL2 und mehrere Jahre in der Oberliga. Vor seinem Engagement in Neuss ging er für den ESV Bergisch Gladbach und die Ratinger Ice Aliens aufs Eis
  

   

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Interview mit Martin Ancicka

(IHP)  Martin Ancicka wurde in Kladno/Tschechien geboren und begann dort Eishockey zu spielen. Über Regensburg kam er nach Deutschland und spielte viele Jahre für die Domstädter. In der 2. Liga spielte er auch für Heilbronn und Bietigheim, bevor es ihn in die DEL nach Mannheim und Nürnberg zog. Dabei wurde er zum Nationalspieler und bestritt 48 Länderspiele für Deutschland. Seine Karriere ausklingen ließ er wiederum in Regensburg. Heute ist er Inhaber einer Sport-Agentur und somit weiterhin dem Eishockey verbunden. Wir haben ihm zu aktuellen Themen rund um das Deutsche Eishockey ein paar Fragen gestellt.


Hallo Herr Ancicka,
vielen Dank, dass wir Ihnen ein paar Fragen stellen dürfen!

Die Saison 2020/2021 stellt das Deutsche Eishockey vor große Herausforderungen. Positiv ist, dass immerhin der Spielbetrieb in DEL, DEL2 und Oberliga stattfinden kann. Wie beurteilen Sie die Situation in den Deutschen Profiligen?
Wir sind erstmal froh, dass wir spielen dürfen. Die Situation ist nicht optimal, aber der Spielbetrieb hat erstmal unsere Arbeit gesichert und den Spielern die Möglichkeit gegeben, sich weiter zu empfehlen und dranzubleiben.

Die Spieler haben mit großen Zugeständnissen mit dafür gesorgt, dass es überhaupt eine Saison 2020/2021 geben konnte. Die nächste große Herausforderung wird die Planung der Saison 2021/2022 sein. Eines dürfte wohl jetzt schon klar sein, Gehaltseinbußen im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit wird es weiterhin geben müssen. Was denken Sie, in wie weit werden die Spieler bereit sein, diese reduzierten Gehälter zu akzeptieren?
Ja, die Spieler haben sich, mit ihren teilweise großzügigen Gehaltsverzichten, sehr stark dabei beteiligt, dass der Spielbetrieb in der DEL fortgesetzt werden konnte. Allgemein werden die Gehälter mit Sicherheit sinken, die Summen in den neuen Verträgen werden wahrscheinlich keinen Vergleich mit der Zeit vor Corona haben. Trotzdem wird es sehr schwer, die Spieler mit den alten Verträgen dazu zu überzeugen, dass sie nochmal auf soviel Geld verzichten wie diese Saison.

Mit dem Gehaltsverzicht haben die Spieler ihr Verständnis für die aktuelle Situation in den Clubs gezeigt. Ohne dies, würde es diese Saison kein Profieishockey in Deutschland geben. Obwohl es diese Saison keinen Abstieg aus den Ligen gibt, haben vor allem in der DEL die Clubs viele Kontingentspieler nachverpflichtet, teilweise ohne dass es unbedingt notwendig gewesen wäre. Auf der einen Seite Gehaltsverzicht, auf der anderen Seite Nachverpflichtungen. Wie sehen die Spieler das und wie sehen Sie das?
Ich verstehe, dass jeder Klub eine konkurrenzfähige Mannschaft haben möchte, trotzdem waren in meinen Augen ein paar Nachverpflichtungen in diesem Bezug sehr unglücklich.

Das Deutsche Eishockey ist prinzipiell im Aufschwung, viele gute junge Spieler wurden in den letzten Jahren ausgebildet. Der Weg der Toptalente führt immer öfters über die DEL nach Nordamerika. Aber auch in der Breite gibt es inzwischen viel mehr junge Spieler, die in der DEL eine Chance bekommen sollten. Wäre es dann nicht der richtige Weg gewesen, anstatt weitere Kontingentspieler zu verpflichten, auf junge Deutsche Spieler zu setzen. Hat die DEL eine Chance verpasst, diese Corona bedingte Situation weiter für das Deutsche Eishockey zu nutzen?
Ich habe keine Berechtigung mich bei den Klubs in ihrer Klubpolitik einzumischen, trotzdem bin ich tatsächlich der Meinung, dass es sinnvoller wäre unsere Toptalente einzusetzen anstatt durchschnittliche Ausländer zu holen. Das war leider sehr oft der Fall. Wir haben in Deutschland mittlerweile viele sehr gute junge Spieler, die es verdient haben in der DEL zu spielen.

Die DEL sieht derzeit eine Selbstbeschränkung an Kontingentspielern von 9+2 vor. Eine Reduzierung der Kontingentspieler auf höchstens sechs je Club, dafür ein vermehrter Einbau junger Spieler in die Teams. Wäre das nicht der richtige Weg, neben einem gewissen Gehaltsverzicht der Spieler, die Kosten der Spielerkader zu senken und zugleich das Deutsche Eishockey weiter zu fördern? Ohne eine verpflichtende reduzierte Selbstbeschränkung wird sich nichts daran ändern oder sehen Sie das anders?
Ich glaube, dass sollte in der Zukunft der Weg sein. Wie gesagt, mittlerweile hat Deutschland genügend gute deutsche Spieler.

Die U20-Nationalmannschaft hat bei der letzten U20-Nationalmannschaft eine starke Leistung gezeigt und ist trotz schwierigen Umständen ins Viertelfinale eingezogen. Mit Tim Stützle, JJ Peterka und Florian Elias gab es eine herausragende Angriffsreihe, aber auch die restlichen Spieler zeigten, dass sie auf diesem Niveau mithalten können. Erstaunlicherweise ist es aber so, dass nur ganz wenige U20-Nationalspieler in der DEL die Chance auf regelmäßige Einsatzzeiten bekommen. Sollten sich die Clubs der DEL nicht hinterfragen, ob es nicht Zeit dafür wäre, die strukturellen Gegebenheiten für den regelmäßigen Einsatz junger Spieler anzupassen?
Die deutsche U20 hat sich bei der Weltmeisterschaft (bis auf das eine Spiel gegen Kanada) sehr gut präsentiert! Natürlich kann im Moment nicht jeder junge Spieler, der bei der WM dabei war in der DEL spielen, trotzdem würde ich mir mehr junge Talente in der DEL wünschen und bin davon überzeugt, dass die Jungs auf dem Level auch spielen können.

Wäre eine Reduzierung der Kontingentstellen auf sechs je Club zur Saison 2021/2022 möglich? Wie sehen Sie das?
Möglich ist alles, ich weiß nicht ob gleich auf sechs. Natürlich muss es auch Sinn machen, trotzdem wäre der Trend zur Reduzierung und mehr deutsche Spieler in der Liga zu sehen, wichtig.

Die U23- bzw. U24-Regelungen in der DEL und DEL 2 sind Regelungen die jungen Deutschen Spielern helfen sollen, mehr Eiszeiten zu bekommen. Es ist geplant die Stellen für U23/U24-Spieler weiter zu erhöhen, die Kontingentstellen aber nicht zu reduzieren. D.h. für Deutsche Spieler über 23/24 Jahre wird es immer schwieriger Verträge zu bekommen. Man bildet also Spieler aus, verbaut Ihnen dann aber den Weg. Zur Saison 2021/2022 kommen also mehr junge Spieler in die Liga, die auch eine Perspektive benötigen, wenn Sie aus dem U23/24-Bereich rausfallen. Ein weiterer Gesichtspunkt, der die Liga nun zu Überlegungen zwingen müsste?
Diese Regelung ist echt kompliziert. Einerseits unterstützt sie die Förderung junger Spieler, andersrum macht sie das Leben den rausfallenden Jahrgängen schwer. Man sollte über Alternativen nachdenken.

Wie sehen Sie die Zukunft des Nachwuchses in Deutschland in den Jahrgängen 2003 und jünger aufgestellt? Kann der positive Trend der letzten Jahre fortgeführt werden oder muss man damit rechnen, dass es in Zukunft wieder schwieriger werden wird?
Absolut. Auch in den Jahrgängen 03/04 sind top Jungs dabei, die eine große Karriere vor sich haben. Wenn die Jungs hart an sich arbeiten und eine Chance zum Spielen bekommen, werden wir in Deutschland die nächsten top Spieler haben.

Herr Ancicka, vielen Dank dass Sie sich Zeit genommen und unsere Fragen beantwortet haben!


 Montag 22.Februar 2021 www.icehockeypage.de 
 Thema:
 Bericht:
Deutsche Eishockey Liga
IHP/jr
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